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Schneespur
Release und Roadmap· 6 min Lesezeit

Das Lager-Modul ist da — und warum es nicht im Kern steckt

Streusalz, Splitt, Schaufeln: Das neue Lager-Modul führt den Materialbestand über alle Standorte und rechnet den Verbrauch auf Einsatz und Kunde um. Warum es ein Modul geworden ist und kein Kernfeature — und warum Schneespur bewusst wenig kann.

Von Michael Fuchs

Bestandstabelle des Lager-Moduls mit den Spalten Hauptlager, zwei Fahrzeugen, drei Fahrern und einer Gesamtspalte, gruppiert nach Streumitteln und Ausrüstung.
Die zentrale Ansicht des neuen Moduls: Was liegt wo? Firmen-, Kunden- und Fahrernamen in diesem Beispiel sind frei erfunden.

Was das neue Modul macht

Streusalz, Splitt, Schaufeln, Handschuhe. Das neue Lager-Modul führt für dieses Material einen nachvollziehbaren Bestand — über mehrere Standorte hinweg, vom Hauptlager bis zum einzelnen Fahrzeug und zum einzelnen Fahrer. Der Fahrer bucht seinen Verbrauch im laufenden Einsatz in der App. Am Monatsende steht schwarz auf weiß, welcher Kunde wie viel Material gekostet hat.

Es ist ab sofort verfügbar, kostenlos und wie alles hier Open Source.

Und es ist ein Modul. Kein Kernfeature. Das ist keine Kleinigkeit, sondern die eigentliche Entscheidung dahinter — also fange ich damit an.

Warum das kein Kernfeature ist

Die naheliegende Frage: Warum baut man Lagerverwaltung nicht einfach in die Software ein? Materialverbrauch gehört doch zum Winterdienst.

Weil Sie vielleicht längst etwas dafür haben.

Vielleicht führen Sie Ihren Materialbestand in der Warenwirtschaft, die Sie ohnehin für den Betrieb nutzen. Vielleicht läuft die Buchhaltung über ein Programm, das Ihr Steuerberater vorgibt. Vielleicht liegen die Verträge in einem System, mit dem Sie seit Jahren zurechtkommen. Wenn Schneespur all das mitbringen würde, hätten Sie zwei Möglichkeiten: alles doppelt pflegen oder das Bisherige aufgeben.

Beides ist Unsinn. Deshalb kann Schneespur im Kern bewusst wenig: Einsätze dokumentieren. GPS, Wetter, Fotos, ein Nachweis als PDF. Das soll die Software gut können — und sonst erst mal nichts.

Eine All-in-One-Software für den Winterdienst ist Schneespur ausdrücklich nicht. Wer eine sucht, ist hier falsch, und das sage ich lieber vorher als hinterher.

Wofür dann Module?

Für genau die Fälle, in denen Sie eben nichts haben.

Ein Modul erweitert die Software um das, was es verspricht — nicht mehr und nicht weniger. Sie entscheiden, ob Sie es installieren. Wer keine Telegram-Nachrichten will, lässt das Telegram-Modul weg. Wer seine Verträge woanders verwaltet, braucht das Dokumente-Modul nicht. Und wer seinen Materialbestand längst im Griff hat, installiert das Lager-Modul nicht.

Am Kern ändert das jeweils nichts. Das ist der Punkt: Der Kern bleibt schlank, egal wie viele Module es irgendwann gibt. Eine Übersicht aller verfügbaren Module finden Sie unter /module/.

Zwei Module, zwei völlig verschiedene Baustellen

Beim Dokumente-Modul ist mir das selbst erst richtig klar geworden.

Was als Ablage für Verträge und Nachweise begann, ist beim Thema Online-Unterschrift ausgeufert — am Ende standen drei Baustellen für ein einziges Modul: das Modul selbst, eine eigenständige Unterschriftssoftware namens NoSign und eine API als Mittelsmann dazwischen. Die ganze Geschichte steht in einem eigenen Artikel. Drei Teile, die zusammenspielen müssen, damit ein Kunde am Ende einen Vertrag unterschreiben kann.

Das Lager-Modul ist das Gegenteil: eine Einheit.

Ein Stück Software, ein Zweck, kein Fremddienst, keine zweite Instanz irgendwo. Alles läuft in Ihrer Installation. Dafür ist es vom Umfang her das bisher größte Modul geworden — es deckt schlicht viel Alltag ab.

Was mich das gekostet hat, kann ich ziemlich genau sagen: 4,19 Milliarden Tokens. Schneespur ist, wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, vibe gecoded — mit Claude Code entstanden. Das Lager-Modul ebenso. Auf riptokens.com führe ich halb im Scherz meinen Token-Friedhof, und dieses Modul hat dort einen ordentlichen Grabstein bekommen. Rest in Peace.

Was das Modul konkret kann

Die Grundidee ist schnell erzählt: Der Bestand wird nicht gepflegt, sondern errechnet.

Jede Lieferung, jede Umlagerung, jeder Verbrauch, jede Ausgabe und jede Rückgabe ist eine einzelne Zeile in einem lückenlosen Bewegungsprotokoll. Der aktuelle Bestand ist die Summe dieser Zeilen. Es gibt keine Zahl, die jemand von Hand fortschreibt — und damit auch keine Zahl, die stillschweigend falsch werden kann. Nichts wird gelöscht: Eine Fehlbuchung wird storniert, beide Zeilen bleiben sichtbar.

Darauf setzt der Rest auf:

  • Bestände je Standort. Hauptlager, jedes Fahrzeug und jeder Fahrer sind eigene Standorte. Eine Tabelle beantwortet die Frage, was wo liegt.
  • Verbrauch durch den Fahrer. Große Tasten, mit Handschuhen bedienbar, feste Mengen wie „1 Sack” per Fingertipp. Abgebucht wird vom Fahrzeug, nicht aus einem abstrakten Gesamttopf.
  • Materialkosten je Einsatz und Kunde. Jede Verbrauchsbuchung trägt ihren Wert, bewertet mit gleitendem Durchschnittspreis. Auf Wunsch erscheint eine Materialkosten-Zeile auf dem Auftragsbericht, den der Kunde bekommt.
  • Meldebestand und Nachbestell-Liste. Fällt ein Artikel unter die hinterlegte Grenze, meldet sich das System — und der Artikel landet gruppiert nach Lieferant auf einer Liste, mit letztem Einkaufspreis und Vorschlagsmenge.
  • Inventur und Lagerwert. Die geführte Inventur nimmt alle gezählten Mengen auf und bucht die Differenzen in einem Rutsch, mit Differenzbericht. Der Lagerwert steht als Euro-Betrag da, als CSV und PDF exportierbar — für den Steuerberater.
  • Ausrüstung. Werkzeug und Schutzkleidung werden ausgegeben und zurückgegeben statt verbraucht. Eine Übersicht zeigt, wer gerade was hat und seit wann.

Und über allem steht die Frage, die vorher niemand beantworten konnte: Wer hat wann wo was für welchen Kunden verbraucht?

Was es bewusst nicht macht

Damit Sie vorher wissen, woran Sie sind — die Grenzen stehen auch auf der Modulseite:

Es gibt keine Bestellabwicklung. Die Nachbestell-Liste ist ein Einkaufszettel, keine Bestellung. Es gibt keinen Barcode-Scanner; erfasst wird über die Oberfläche. Es gibt keine Chargen- oder Haltbarkeitsverfolgung — Salz ist Salz. Und es gibt keine Einheitenumrechnung: Ein Artikel hat genau eine Einheit. Wer in Säcken denkt, führt Säcke; wer in Kilo denkt, führt Kilo. Eine automatische Umrechnung wäre eine Fehlerquelle ohne echten Nutzen.

Das ist kein Versäumnis, sondern dieselbe Haltung wie beim schlanken Kern: lieber wenig, das verlässlich funktioniert.

Wer es braucht — und wer nicht

Wenn Sie Ihren Materialbestand in einer Warenwirtschaft führen, mit der Sie zufrieden sind: Lassen Sie das Modul weg. Ihre Software kann das vermutlich besser, weil sie für nichts anderes gebaut wurde. Schneespur zwingt Sie zu keinem Wechsel.

Wenn Sie aber bisher gar nichts haben — oder eine Excel-Tabelle, die niemand pflegt, weil sie sowieso nie stimmt: Dann ist das hier für Sie gebaut. Speziell für den Winterdienst, nicht als abgespeckte Version einer Industrie-Lagerverwaltung. Kostenlos, Open Source, in Ihrer eigenen Installation.

Das Modul finden Sie im Admin-Bereich unter „Module” oder hier im Katalog. Installation dauert ein paar Minuten, danach legen Sie Ihre Artikel an und erfassen einmal, was heute im Lager liegt. Ab da rechnet das Modul selbst weiter.

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