Telegram-Benachrichtigungen — ein neues Modul für Schneespur
Auftrag fertig, Schicht begonnen, Fahrer unterwegs: Wer es sofort wissen will, bekommt es jetzt per Telegram. Was das neue Modul verschickt, wie man es einrichtet — und warum es bewusst ein Modul ist und kein Kernfeature.
Von Michael Fuchs
„War der schon da?”
Diese Frage kommt im Winterdienst dauernd — von der Hausverwaltung, vom Kunden, von Ihnen selbst, wenn Sie früh um fünf noch im Bett liegen und wissen wollen, ob die Tour läuft. Bisher beantwortet Schneespur das nach dem Einsatz: Der Kunde bekommt seinen PDF-Nachweis per E-Mail, alles ist sauber protokolliert.
Manchmal will man es aber nicht abends im Postfach, sondern sofort aufs Telefon. „Fahrer ist unterwegs.” „Auftrag abgeschlossen.” Kurz, direkt, in der App, die ohnehin jeder offen hat. Genau das macht das neue Telegram-Modul — und anders als das Vertragsmodul, an dem ich noch arbeite, ist dieses hier schon fertig und verfügbar.
Warum als Modul, nicht im Kern
Schneespur verschickt im Kern bewusst nur E-Mails. Das hat einen Grund: E-Mail läuft über Ihren eigenen Server und bindet keinen weiteren Drittanbieter ein. Push-Benachrichtigungen über Apple oder Google und auch ein Dienst wie Telegram sind etwas anderes — die Nachricht läuft dann über fremde Server.
Deshalb ist Telegram kein Kernfeature, sondern ein Modul. Wer sofortige Benachrichtigungen aufs Telefon will, installiert es bewusst dazu. Wer das nicht will, lässt es weg — am Kern ändert sich nichts. Diese Entscheidung treffen Sie, nicht ich. Genau dafür ist das Modul-System da: Zusatzfunktionen, die nicht jeder braucht, kommen als Erweiterung obendrauf statt in den Kern.
Was das Modul verschickt
Das Modul kennt vier Ereignisse aus dem Einsatzbetrieb:
- Auftrag begonnen — der Fahrer ist für einen Kunden unterwegs.
- Auftrag abgeschlossen — der Einsatz an einem Objekt ist fertig.
- Schicht begonnen — ein Fahrer hat die Arbeit aufgenommen.
- Schicht beendet — die Schicht ist vorbei.
Für jedes Ereignis legen Sie selbst fest, wer es bekommt: Admin, Fahrer, Kunde — einzeln oder kombiniert. Standardmäßig ist alles aus; Sie schalten nur frei, was Sie wirklich brauchen. So bekommt der Kunde etwa „Fahrer unterwegs” und „Auftrag abgeschlossen”, während Schichtmeldungen nur intern beim Admin landen.
Den Text jeder Nachricht bestimmen Vorlagen, die Sie anpassen können. Platzhalter wie {kunde}, {objekt}, {fahrer}, {dauer} und {zeit} füllt das Modul beim Versand mit den echten Werten. Bei Auftrags-Ereignissen lässt sich auf Wunsch ein Standort-Pin oder ein Einsatz-Foto mitschicken.
Ein Morgen mit Telegram
Ein Beispiel macht es greifbar. Martin betreibt seinen Winterdienst allein und fährt früh seine Kunden ab. (Martin ist ein erfundenes Beispiel, kein realer Kunde.)
Er startet die Schicht in der Fahrer-App — eine Hausverwaltung, die ihre drei Objekte bei ihm hat, bekommt sofort die Nachricht „Fahrer unterwegs”. Am ersten Objekt schließt Martin den Einsatz ab; die Verwaltung liest „Auftrag für Objekt Bergstraße 4 abgeschlossen, 06:12 Uhr” — noch bevor der erste Mieter wach ist. Niemand musste anrufen, niemand im Chat nachfragen.
Der ausführliche PDF-Nachweis kommt weiterhin wie gewohnt. Die Telegram-Nachricht ersetzt ihn nicht — sie ist das schnelle Signal vorab.
So richten Sie es ein
Die Einrichtung läuft in vier Schritten und dauert keine Viertelstunde:
- Bot erstellen. In Telegram den offiziellen
@BotFatheranschreiben,/newbotsenden, Name vergeben. Sie bekommen einen Bot-Token. - Bot verbinden. Den Token im Admin-Bereich unter „Telegram” eintragen. Das Modul prüft ihn und richtet die Verbindung selbst ein. Der Token wird verschlüsselt gespeichert (AES-256) und taucht nie im Klartext auf.
- Empfänger verbinden. Für jeden Fahrer, Kunden oder Admin erzeugt das Modul einen QR-Code samt Link. Die Person scannt ihn, Telegram öffnet den Bot, ein Tipp auf „Start” — fertig verknüpft. Niemand muss eine kryptische ID heraussuchen.
- Cron-Job einrichten. Eine Zeile in der Crontab, die jede Minute
schedule:runaufruft.
Der letzte Punkt klingt technisch, ist aber der Kern des Ganzen. Das Modul ruft Telegram nicht im Moment des Einsatzes auf. Stattdessen schreibt es die Nachricht in eine Warteschlange (eine Tabelle in Ihrer Datenbank), und ein Cron-Job arbeitet diese ab. Das hat einen praktischen Grund: So braucht das Modul keinen dauerlaufenden Hintergrundprozess und funktioniert auf gewöhnlichem Webhosting (Shared Hosting), wie es Strato, IONOS oder All-Inkl anbieten — genau dort, wo Schneespur ohnehin läuft. Ohne laufenden Cron-Job bleiben die Nachrichten allerdings liegen; der eine Crontab-Eintrag ist Pflicht.
Schlägt eine Zustellung fehl, versucht es das Modul erneut. Hat jemand den Bot blockiert, merkt es das und stellt an diese Person nichts mehr zu. Jeder Versuch wird protokolliert.
Datenschutz, ehrlich gesagt
Telegram ist ein externer Dienst — das gehört offen gesagt. Wenn Sie das Modul nutzen, läuft der Text der Benachrichtigung über die Server von Telegram. Schreiben Sie also keine Inhalte hinein, die dort nichts zu suchen haben. Die Vorlagen sind bewusst knapp: Wer, was, wann — mehr braucht eine Kurzmeldung nicht.
Ein paar Dinge sind dabei eingebaut:
- Der Bot-Token liegt verschlüsselt in Ihrer Installation, nie im Klartext in Logs oder Fehlermeldungen.
- Jeder Empfänger verbindet sich selbst über den Start-Link und willigt damit aktiv ein. Niemand wird ohne sein Zutun eingetragen.
- Eine Verbindung lässt sich jederzeit wieder trennen — die Kennung des Empfängers wird dann gelöscht.
- Im Protokoll stehen weder der Token noch der Nachrichtentext, nur, dass und wann zugestellt wurde.
Das Modul ist ein Werkzeug, das die Benachrichtigung sauber abwickelt; die Entscheidung, welche Daten Sie über einen externen Dienst schicken, bleibt bei Ihnen. Wer dabei lieber zurückhaltend ist, beschränkt Telegram auf interne Meldungen an Fahrer und Admin und lässt es bei Kunden weg.
Für andere Module: einfach mitsenden
Ein Teil steckt unter der Haube und richtet sich an alle, die selbst an Schneespur-Modulen bauen. Das Telegram-Modul kann nicht nur eigene Ereignisse verschicken — andere Module können über es Benachrichtigungen senden, ohne den Telegram-Code selbst zu kennen.
Dafür gibt es zwei Wege. Der eine ruft den Telegram-Dienst direkt auf und bekommt zurück, ob die Nachricht eingereiht, übersprungen oder als Dublette erkannt wurde. Der andere wirft einfach ein allgemeines Ereignis in den Raum — ist das Telegram-Modul nicht installiert, passiert dabei schlicht nichts (kein Fehler). So kann ein Modul „benachrichtige per Telegram, falls vorhanden” sagen, ohne eine harte Abhängigkeit einzugehen. Beide Wege münden in dieselbe Warteschlange wie oben.
Die Einzelheiten mit Code-Beispielen stehen in der Entwickler-Dokumentation, die dem Modul beiliegt — als README und im Ordner docs/ des Modul-Pakets.
Kurz gesagt
Schneespur dokumentiert weiter sauber per E-Mail und PDF — daran ändert sich nichts. Wer zusätzlich sofortige Meldungen aufs Telefon will, installiert das Telegram-Modul und entscheidet selbst, welches Ereignis an wen geht. Ein externer Dienst ist im Spiel; deshalb ist es ein Modul und kein Automatismus, und deshalb stehen die knappen Vorlagen und die Einwilligung pro Empfänger nicht zufällig im Mittelpunkt.
Das Modul ist verfügbar: Telegram-Benachrichtigungen. Alle Module finden Sie unter Module, und wenn Ihnen etwas fehlt oder eine Idee dazukommt, freue ich mich über Ihre Rückmeldung.
— Michael
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